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Unser Expertenteam teilt in persönlichen Blogs inspirierende Fachkenntnisse, die Ihnen wertvolle Einblicke in ihren Arbeitsalltag bieten.
24-09-2018

Online oder persönlich? Ganz nach Wunsch!

Steven Ruijters,
Van Leeuwen Pipe and Tube, Niederlande

Die Niederlassung in Zwijndrecht ist die größte Betriebsgesellschaft der Van Leeuwen Pipe and Tube Group. Als kaufmännischer Geschäftsführer in Zwijndrecht weiß ich, dass unsere Kunden zunehmend Wert darauf legen, auch online mit uns in Kontakt zu treten. Immer mehr Kunden finden über Webshops, Kundenportale und soziale Medien zu uns. Das heißt aber nicht, dass der persönliche Kundenkontakt verschwinden würde. In diesem Blog erfahren Sie mehr darüber.

Industrie 4.0

Ganz gleich, ob als Smart Industry, Internet der Dinge oder Industrie 4.0 bezeichnet: gemeint ist die Digitalisierung von Informationen und die Vernetzung der Systeme in der Lieferkette. Van Leeuwen stellt sich auf diese Entwicklungen ein, unter anderem durch Webshops, ein Kundenportal für die Verwaltung und den Abruf von Prüfbescheinigungen (einschließlich kundenspezifischer EDI-Links) und durch Zusammenarbeit mit relevanten Softwareunternehmen. Wir arbeiten auch an der Modernisierung unseres ERP-Systems, wodurch die Transaktionen noch einfacher abgewickelt werden können. Das ist nicht nur für unsere Kunden von Vorteil, sondern erhöht auch die Effizienz der Betriebsabläufe.

Mehr wissen durch engere Kundenkontakte

In diesem Prozess der Digitalisierung ist es wichtig, dass wir die Bedürfnisse unserer Kunden kennen. Und die erfahren wir nur, wenn wir häufige persönliche Kontakte mit ihnen pflegen. Es ist sehr erfreulich, dass dies bei den meisten Transaktionen der Fall ist. Wir rufen unsere Kunden und Lieferanten an, statten ihnen Besuche ab, treffen sie auf Messen und organisieren Veranstaltungen für den gegenseitigen Wissensaustausch. Darüber hinaus führen wir Kundenzufriedenheitsuntersuchungen durch, um festzustellen, ob wir uns auf dem richtigen Kurs befinden und die richtigen Produkte und Dienstleistungen anbieten.

Im Stahlbau kommt es auf Geschwindigkeit an

Die Notwendigkeit der Digitalisierung ist besonders in den Märkten groß, in denen die Geschwindigkeit ein wichtiger Faktor ist, etwa im Stahlbau. Stahlbauprojekte müssen oft unter extremem Zeitdruck realisiert werden. Die Entwurfsphase kann sich lange hinziehen, aber sobald die Entscheidung steht, müssen die Bauarbeiten starten, lieber heute als morgen. In solchen Fällen kommt es in der Lieferkette auf höchste Effizienz und optimale Zusammenarbeit an. Die Digitalisierung kann in diesem Prozess sehr nützlich sein, denn wenn im Stahlbau alle Systeme gut aufeinander abgestimmt sind, verläuft der Prozess vom Entwurf bis zur Materialbestellung wesentlich schneller. Zugleich sinkt die Fehleranfälligkeit, was auch der Grund für die Entwicklung der Gebäudedatenmodellierung (BIM) war. Darum wollen wir unsere Produktdaten in Software wie Construsteel integrieren, von der zahlreiche Stahlbauunternehmen Gebrauch machen.

Seminar zum Stahlrohrbau

Als Mitglied des Verbands der Stahlbauunternehmen haben wir Kontakte mit Vertretern der gesamten Bauwirtschaft. Diese Kontakte sind für uns sehr wertvoll, denn so können wir auch mit denjenigen sprechen, die die Tragwerke planen und entwerfen und schon an frühen Phasen des Konstruktionsprozesses beteiligt sind, statt nur mit denjenigen, die die Rohre letztlich bestellen. Um diese Chance optimal zu nutzen, haben wir kürzlich ein sehr erfolgreiches Seminar zum Thema Stahlrohrbau organisiert. Auf dem Programm standen Präsentationen eines Architekten, eines Bauingenieurs, eines Stahlbauarbeiters, einer Softwarefirma und eines Stahlbauunternehmens, ergänzt durch einen Redebeitrag des Vertreters eines führenden Stahlwerks. Aus den Präsentationen gingen viele Interaktionen und neue Erkenntnisse hervor.

Walzhaut

So erklärte beispielsweise einer der Referenten, dass Architekten und Tragwerksplaner nahtlose Rohre bevorzugen, weil sie sich von ihnen eine ästhetischere Optik versprechen. Schließlich haben geschweißte Rohre eine Schweißnaht, die niemand sehen will. Allerdings hat die Oberfläche des gesamten Rohrs wesentlich mehr Einfluss auf die Ästhetik. Geschweißte Rohre haben eine glatte Oberfläche, weil sie meistens aus Bandstahl kaltgewalzt werden. Die Schweißnaht wird grundsätzlich immer abgeschliffen, und wenn das Rohr noch beschichtet wird, ist sie kaum mehr sichtbar. Nahtlose Rohre dagegen haben eine raue Oberfläche, da sie bei hohen Temperaturen durch ein Schrägwalzwerk geführt werden, wobei die sogenannte Walzhaut entsteht. Die Unebenheiten dieser Oberfläche sind auch nach einer Beschichtung noch sichtbar.

Bei einer Führung durch unser Lager konnten die Teilnehmer die Unterschiede zwischen nahtlosen und geschweißten Rohren selbst sehen und spüren, wodurch sie ganz neue Einsichten gewannen.

Ganz nach Kundenwunsch

Auch wenn wir viel in die Online-Kommunikation investieren, um fit für die Zukunft zu bleiben, legen wir weiterhin größten Wert auf den persönlichen Kontakt mit unseren Kunden. Darum haben wir Anfang des Jahres eine weitere Niederlassung in Ulft (im Osten der Niederlande) eröffnet, nehmen wir an Messen teil und organisieren wir Events für Kunden. So können unsere Kunden immer selbst entscheiden, ob sie auf elektronischem Wege oder lieber persönlich mit uns kommunizieren möchten.