Ruud Langeveld,
Van Leeuwen Pipe and Tube, Singapur
1979 wurde Van Leeuwen Singapore gegründet, damals mit nur zwei Mitarbeitern, die sich ein Büro teilten. Heute, 40 Jahre später, ist der Standort das größte Vertriebszentrum von Van Leeuwen in ganz Asien. In diesem Blog erfahren Sie, warum wir den asiatischen Markt betreten haben, worin das Geheimnis unseres Erfolgs besteht und welche Trends unsere Funktion in der Lieferkette für Rohre, Fittings und Flanschen beeinflussen.
Im Mai 2019 feierte unsere Niederlassung in Singapur ihr 40-jähriges Bestehen. Seit 1979 hat sich Singapur zu einem bedeutenden Zentrum des Schiffbaus sowie der petrochemischen und pharmazeutischen Industrie in Südostasien entwickelt. Diese Branchen errichten Produktionsanlagen, um die Region zu bedienen, wobei sie zugleich Anbieter von Bau- und Wartungsleistungen anziehen. Dieses Marktpotenzials waren wir uns schon in den 1970er-Jahren bewusst. Schließlich war China in dieser Zeit noch kein relevanter Hersteller von Stahlprodukten. Die meisten Stahlprodukte stammten aus Japan oder Europa. Van Leeuwen hatte in Europa bereits ein großes Lieferantennetz aufgebaut, das unserer Konkurrenz vor Ort noch fehlte.
Unser40-jähriges Jubiläum stand im Zeichen des Themas „Partnerschaft“. Als Handelsunternehmen sind für uns die Beziehungen mit unseren Lieferanten ein wichtiges Element in der Lieferkette. Unser Erfolg hängt davon ab. Wenn beispielsweise eine der größten Mineralölgesellschaften eine Bestellung bei Van Leeuwen aufgibt und wir im Gegenzug Material von Herstellern beziehen, die der Kunde zugelassen hat, sind bereits drei Akteure beteiligt. Wir hängen alle miteinander zusammen, und jeder von uns muss seinen Wert unter Beweis stellen. Darum ist es so wichtig, dass wir unsere Beziehungen festigen und uns in erfolgreichen Lieferketten etablieren. Hinsichtlich der Effizienz gibt es in der Stahlindustrie in unserem Segment noch Verbesserungsmöglichkeiten.
Diese Effizienzgewinne lassen sich vor allem durch Digitalisierung erreichen. Die Stahlindustrie ist in dieser Hinsicht eher konservativ. Wir leben natürlich davon, physische Produkte von A nach B zu bringen, sind aber dennoch in der Pflicht, wenn es um die Digitalisierung von Kundeninformationen und Produktspezifikationen geht. Dies ist eine positive Entwicklung, und wir arbeiten bereits am Aufsetzen von Rahmenvereinbarungen für Kunden, die automatisierte Bestellungen für Rohre und Rohrkomponenten aufgeben. Und das ist erst der Anfang, auch in Asien. Wir werden diese Art von Vereinbarungen in Zukunft immer häufiger einsetzen und dadurch Teil eines Netzwerks werden.
Im Interesse der Effizienz unserer Lieferketten müssen wir unseren Informationsaustausch intensivieren. Wenn wir zum Beispiel wissen, welche Rohre, Fittings und Flansche unsere Kunden im letzten Jahr benötigt haben, können wir eine Prognose für die Zukunft erstellen. Diese Vorrats- und Verbrauchsdaten können wir dann an unsere Lieferanten weitergeben, damit sie ihre Produktionspläne darauf abstimmen können. Wenn wir dies in großem Maßstab tun, sparen wir viele Ressourcen ein; die damit einhergehende Einsparung bei den Selbstkosten des Endprodukts können wir dann wieder an die Kunden weitergeben.
Eine der größten Herausforderungen besteht allerdings darin, dass wir uns in der Lieferkette mit zwei Extremen auseinandersetzen müssen. Auf der einen Seite stehen die Hersteller, wobei es sich in der Regel um gigantische Stahlwerke handelt. Sie versuchen, bei der Herstellung ihrer Rohre möglichst wenig Abfall zu erzeugen. Auf der anderen Seite stehen die Endverbraucher (große Energieversorgungsunternehmen) mit ihren enormen, kapitalintensiven Produktionsanlagen. Rohre sind für sie eher ein Nebenprodukt, mit dem die Produktion in Gang gebracht werden kann. Unser Platz in der Lieferkette liegt genau in der Mitte. Und jetzt fällt uns eine neue Rolle zu, nämlich die Herstellung elektronischer Verbindungen zwischen Hersteller und Endverbraucher. Der Informationsaustausch hat keinen direkten Einfluss auf die physische Lieferkette, denn schließlich müssen die Rohre nach wie vor vom Stahlwerk zum Kunden befördert werden. Die neuen Informationsströme werden uns aber dabei helfen, die Verschwendung von Ressourcen zu begrenzen. Ein Stahlwerk hat nämlich weniger Probleme mit Überkapazitäten, wenn es besser in der Lage ist, sich auf Marktschwankungen einzustellen.
Wir haben uns in Singapur niedergelassen, weil wir erkannt haben, dass sich dort Chancen bieten. Und wenn ein Exportmarkt groß genug ist, wird die Eröffnung einer lokalen Vertretung interessant. So entstanden in den 1980er-Jahren unsere Niederlassungen in Malaysia, Thailand, Indonesien und Australien. So kann sich jetzt beispielsweise ein australischer Bauunternehmer, der an einem Projekt in Malaysia arbeitet, bei uns über den Import von Rohren und die Lieferung von Baustahl beraten lassen. Wir verfügen über alle notwendigen Lizenzen für die Einfuhr von Rohrmaterial. Das ist unser Mehrwert.
Van Leeuwen legt Wert darauf, Ortskräfte zu beschäftigen. Als Teil der lokalen Bevölkerung besitzen sie spezifische Kenntnisse, und sie sind am besten in der Lage, Beziehungen mit Kunden vor Ort aufzubauen. Dank unseres internationalen Netzwerks, unserer umfassenden Produktkenntnisse und unserer Einkaufskompetenz ist es uns gelungen, uns auf dem asiatischen Markt zu etablieren. Mit persönlichen Kontakten und Respekt vor den eigenen Normen und Werten unserer Lieferanten und Kunden ist es uns gelungen, unsere Expansion zum Erfolg zu bringen.